31.10.2020 Herbstbegegnung am Hallwilersee

von swissSailor Stephan Hofmann am 24.11.2020 / in Allgemein

Es ist Herbst und Nebel liegt über dem Hallwilersee. Ich stehe beim Hafen auf einem Bootssteg und schaue auf den Hallwilersee hinaus. Die mystische Stimmung verleitet mich zu einer Fotoaufnahme. Aus dem Nebel taucht ein Segelboot auf. Dieses gleitet langsam in Richtung Steg auf mich zu. An der Pinne steht ein älterer, knorrig wirkender Mann. Er ruft mir von weitem zu: «Du kannst Dich gleich am Bugkorb festhalten, um das Boot abzufendern. Ich werfe Dir dann eine Leine zu, um das Boot am Steg zu belegen.» Ich muss innerlich lachen: Kaum auf dem Steg, schon wird man mit Arbeit eingedeckt.

Ich amüsiere mich köstlich, der Skipper spricht mit mir, als wären wir alte Kumpels. Möglicherweise verwechselt er mich mit jemanden. Auf dem Hafenareal sind zahlreiche Bootsbesitzer damit beschäftigt, ihre Boote für das Winterlager vorzubereiten.

Nun muss ich mich aber konzentrieren. Das Boot macht nun kaum noch Fahrt und wird durch den Skipper präzise und sanft aufgestoppt. Nach leichtem Drücken am Bugkorb liegt das Segelboot nun parallel zum Steg. Ich laufe zum Heck hin, wo mir die Heckleine zugeworfen wird.

Es gelingt mir, die die Leine gleich beim ersten Mal zu fangen. Der Skipper schaut mich etwas verdutzt an. War er nun beeindruckt von meinem Geschick oder hat er eine andere Person auf dem Steg erwartet? Mir gefällt die erste Variante sehr gut. Vermutlich ist ihm nun klar, dass ich ein zufälliger Passant bin, welchem er zugerufen hat. Ich lächle ihm zu. Beim Boot handelt es sich um ein älteres, gepflegtes Holzboot. Der vordere Festmacher liegt fein säuberlich gerollt auf dem Vorschiff. Die Leidenschaft des Besitzers für sein Boot spiegelt sich in jedem kleinen Detail.

Gemeinsam vertäuen wir nun das Schmuckstück. Ich glaube eine innige, langjährige Verbundenheit des Skippers mit dem Boot zu erkennen. Der Mann ist vollkommen in seinem Element und mit dem Boot beschäftigt. Ich verabschiede mich kurz und gehe weiter.

Der Skipper ist nicht unhöflich oder mürrisch. Er ist einfach sich selber und macht sein «Ding». Ich bin sehr beeindruckt.

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